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IT-Support oder Sinnvolle Lektionen

Ich mache nebenbei immer gerne IT-Support, immer gegen einen kleinen Obulus und bekomme so eine Menge mit, wie das bei „anderen“ Supportern so läuft. Und ich muss wohl mal erzählen, warum die, die mich einmal riefen, für immer meine Kunden bleiben.

Meinen IT-Support und Computerzeug führe ich nach dem Fantastischen DEFCON-Talk von Jayson E. Street aus, dessen inspirierendes Video ich hier nochmal verlinke:

(1h 33s, Englisch)

Jayson ist ein Pen-Tester bei Stratagem Solutions und ein passionierter Redner. Wenn ihr dieses Video geschaut habt, werdet Ihr wissen, warum. Und er hat Recht.

Wenn einer meiner User etwas aus Unwissen Kaputtmacht, sollte es nicht „Oh, dummer User!“ heißen, sondern „Dummer ICH!“, denn ICH habe vergessen, meine Nutzer darüber zu unterrichten. Nicht als dumme Untergebene Ameise, sondern von gleich zu gleich. Auf Augenhöhe.

Man macht sich seine Nutzer und Kunden zu Teammitgliedern. Wenn mich jemand zum Hundertsten Mal über eine Merkwürdige e-Mail unterrichtet, und mich darauf hinweist, dann danke ich ihm. Dieser Nutzer ist Teil meiner „IT-Abwehr“ geworden und verteilt so sein Wissen auch weiter, stolz darauf, auch Teil des „coolen“ IT-Teams zu sein. Genauso läuft das auch bei meinen Hardware-Reparaturen.

Ich erlebe oft aus Erzählungen meiner Stammis, dass es bei vorigen Vorkommnissen eher hieß „Geh weg, ich mach das eben!“. Das ist nicht nur Kontraproduktiv, es schiebt uns Nerds auch in eine Ecke der Unantastbarkeit, der abgehobenen Außenseiter. Warum kann man nicht den Menschen, mit einfachen Worten, erklären, was man tut? In einem Normalen Job müsste man auch eh einen Bericht schreiben, damit das abgesegnet werden kann.

Vieles kann man vereinfachen, Beispiel RAM mit Leeren Gläsern und dem Betriebssystem und den Programmen als Wasser. Irgend-wann sind die Gläser voll, wenn man nicht rechtzeitig alles wieder austrinkt. Das kommt an. Das erzeugt Interesse – und macht die Hilfesuchenden Teil meines Teams. Plötzlich ist die Kaputte Festplatte kein mythisches Technomumbojumbo mehr, sondern ein gemeinsames Projekt für mehr Speicher.

Es bindet. Es erzeugt ein Positives Gefühl bei den Menschen. Man fühlt sich wertgeschätzt und lernt vielleicht noch etwas. Anekdotisch ist ein Beispiel, wo mich eine Ältere Dame anrief, der ich den Internetanschluss eingerichtet habe. Sie wusste mir stolz zu berichten, dass sie ihrem Enkel nun auch mal etwas Cooles zeigen konnte. Was hat sie von mir gelernt? Wie man WPS einrichtet und startet und somit ohne Passwortverteilen jemanden ins WLAN lässt. Sie war stolz und musste mir das berichten und nochmals sich bedanken.

Das ist eine Erinnerung, die ich gerne in meinem Herzen trage. Denn so verändern wir die Welt. Nicht mit Ausgrenzen, sondern mit dem Lehren unserer Skills. Mit dem Beibringen und Wertschätzen aller Generationen.

Machen wir die Menschen wieder Teil eines Teams, Deal?

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