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Das „Fettnäpfchen-Syndrom“ oder chronischer Chaosmagnet

Erstmal „Hallo“ an Alle die den Blog von World of Dex schon länger verfolgen. Ich bin quasi eine der Gastautoren und möchte zum Einstieg in meine „Karriere“ als Onlineblogschreiber mal was über mich und mein Leben im On- und Offline erzählen. Wobei es wohl mehr um den Offline-Bereich gehen. Daher auch ein dezenter Hinweis vorweg, meine Texte können gelegentlich Spuren von Ironie, Sarkasmus oder Zynismus enthalten.

Solltet ihr allergisch auf eine oder alle dieser drei Elemente sein, empfehle ich zuvor die Packungsbeilage zu verzehren und den Arzt mit dem Apotheker zu erschlagen.

Das war jetzt der Gesundheitstipp des Tages und nun kann es endlich los gehen. Ich wünsche gegebenenfalls viel Spaß beim Lesen.

Das „Fettnäpfchen-Syndrom“ oder chronischer Chaosmagnet

Fangen wir mit was Einfachem an.

Die Ordnung in meinem Leben. (ja, die gibt es aber die Liste ist auch recht kurz)

Geboren und Aufgewachsen bin ich in einem kleinen ländlichen Dorf mitten im Sonstwo von Hessen, zusammen mit meinen Eltern, meiner Großmutter, meiner Großtante und meinem älteren Bruder. Ich habe einen mittelmäßigen Schulabschluss gemacht und eine ebensolche Ausbildung im Einzelhandel absolviert.

Seit über zehn Jahren lebe ich nun zusammen mit meinem Lebensgefährten im Raum Köln und seit kurzem auch im Haus dessen kürzlich verstorbenen Großvaters.

Wir haben einen überschaubaren kleinen Freundes- und Bekanntenkreis und kommen insoweit auch mit unseren jetzigen Nachbarn klar.

Das wars dann auch schon mit der Ordnung.

Nun zum Chaos oder wie ich es nenne “Das Fettnäpfchen-Syndrom”.

Wer nach dem obenstehenden Text nun denkt, “Was hat die Frau denn? Sie hat es doch eigentlich recht gut“, dem kann ich nur sagen, dass nicht alles auf den ersten Blick so rosig aussieht, wie es den Anschein hat. Denn inzwischen weiß ich von einem Problem, welches womöglich nicht nur mich, sondern auch einige andere Menschen auf der Welt betrifft.

Ich leide nämlich nach einer kurzen Selbstdiagnose durch das virdraischen Institut für erfundene Krankheiten und Behinderungen (vIfeKuB) an dem “Fettnäpfchen-Syndrom” oder auch dem chronischen Chaosmagneten.

Dies kann Personen jeder Altersklasse und Gesellschaftsschicht betreffen, ist definitiv angeboren und kann auch nicht durch pränatale Operationen oder Medikationen behandelt und behoben werden. Die Betroffenen werden ihr ganzes Leben damit zu tun haben, ohne sich bewusst zu sein, dass sie überhaupt an diesem Syndrom leiden.

Sollte es Menschen geben, die sich nach meinem Blogeintrag hier in ihrer Annahme bestätigt fühlen und glauben mit diesem Problem geboren worden zu sein, denen kann ich nicht nur von der Schul- sondern auch alternativen Medizin abraten. Buntes Licht sieht nur als Weihnachtsdeko am Tannenbaum schön aus und Zuckerpillen stehen im Verdacht Zucker zu enthalten. Daher seid ihr weitestgehend auf euch allein gestellt und müsst versuchen selbst damit klar zu kommen.

Doch nun möchte ich euch Berichten, wie ich überhaupt zu dem Syndrom gekommen bin.

Mein Lebensweg bis ins Heute war mehr als nur steinig. Nein, es war nicht nur aus meiner Sicht eine Tortour. So gesehen ging das auch schon mit dem Tag der Bekanntgabe meines baldigen Eintretens in diese Welt los.

Dummerweise kollidierte die freudige Erwartung eines neuen Erdenbürgers nämlich mit in den Tod meines Großvaters (väterlicherseits).

Aber nun gut, ich war dann halt unterwegs. Theoretisch sollte es da, außer den üblichen Schwangerschaftsbeschwerden, keine weiteren Probleme geben und es konnte sich ja bei der Diagnose zu so einem unpassenden Zeitpunkt nur Zufall gehandelt haben.

Doch irgendwie schien bei den ganzen gynäkologischen Untersuchungen eine Kleinigkeit auf den Ultraschallbildern übersehen worden zu sein. Nämlich ein kleiner unsichtbarer Tiegel mit Fettmasse, welcher sich unbemerkt von allen Anwesenden irgendwo in meinem Körper gebildet hatte und schließlich mitgewachsen war. Da wir uns zu diesem Zeitpunkt etwa am Ende der 80er Jahre befanden und die DDR kurz davor war zusammen zu brechen, mache ich der Medizin keinen Vorwurf, dass sie dieses lebensweisende Detail bei mir übersehen haben.

So kam es, wie es kommen musste. Bald wurde meiner Mutter offenbart, wann sie mich zu erwarten hatte. Und wer hätte es gedacht? Ausgerechnet am Einschulungstag meines älteren Bruders! Yay! beste Voraussetzungen für den Start ins Leben!

Naja, eigentlich eher nicht. Mit dieser Nachricht wurde meinem Bruder (damals 6 Jahre) nicht nur der Tod seines geliebten Großvaters noch schwerer gemacht, sondern auch der schönste Tag seines Kindseins ordentlich verhagelt. Einen “Fan” hatte ich also schon gewonnen und das “Fettnäpfchen-Syndrom” hatte seinen Spaß dabei.

Gut, hierzu sei aber angemerkt, dass ich nicht direkt an seinem Einschulungstag zur Welt kam, sondern zwei Tage vorher. Was aus seiner Sicht wohl auch nicht viel besser war, da unsere Mutter ja im Krankenhaus bleiben musste. Mir konnte das in dem Moment ja egal sein. War es wahrscheinlich auch. Für mich zählten zunächst nur drei Dinge. Hunger, Pipi, Kalt. Das war’s.

Wer jetzt sagt: “Ja, das waren halt nur ein paar Zufälle kurz hintereinander. Das bedeutet doch noch nichts.” Sicher, sicher… ich gebe euch insoweit recht. Aber bedenkt dabei bitte, dass das erst der Anfang war und sich auch das Fettnäpfchen erst in seinem Larvenstadium befand.

Doch wie sich das Ganze im späteren Verlauf entwickelt hat, möchte ich gerne ein andermal berichten. Vorerst soll es das von mir gewesen sein.

Ich bedanke mich bei allen Lesern und wünsche euch vorerst alles Gute und nicht allzu viele Fettnäpfchen.

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